MISEREOR kritisiert Biopiraterie im Fall von Stevia

Süßungsmittel mit bitterem Beigeschmack

(Aachen, 19. November 2015) Bei der zunehmenden Vermarktung von Steviolglykosiden, einem Süßstoff, der aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird und in immer mehr Lebensmitteln zu finden ist, handelt es sich um einen Fall der Biopiraterie und damit um eine Verletzung der Rechte indigener Gruppen in Brasilien und Paraguay. Das zeigt der Bericht „Der bittersüße Geschmack von Stevia“, den das Werk für Entwicklungszusammenarbeit MISEREOR heute gemeinsam mit der Universität Hohenheim und anderen Organisationen veröffentlicht hat.

„Die Grundlage des Stevia-Booms, mit dem Wirtschaftsunternehmen Milliarden-Summen verdienen, ist das jahrhundertealte Wissen indigener Guarani-Gruppen im Grenzland zwischen Paraguay und Brasilien über die Eigenschaften der Pflanze.  Wenn Konzerne wie Coca Cola oder Cargill Stevia zu einer lukrativen Einnahmequelle machen, müssen sie das Mitspracherecht der Guarani achten“, betont Benjamin Luig, Referent für Agrar- und Ernährungspolitik bei MISEREOR und Co-Autor der Studie. Die Verfasser der Untersuchung verweisen auf die internationale Biodiversitätskonvention und das Nagoya-Protokoll gegen Biopiraterie von 2014. Dieses schreibt fest, dass die Träger traditionellen Wissens das Recht haben, über dessen Verwendung mitzubestimmen und an wirtschaftlichen Vorteilen beteiligt zu werden, wenn dieses Wissen kommerziell genutzt wird.

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